Komplexität als Selbstzweck (deutsch)

Lars Jankowfsky machte mich heute auf einen sehr schönen Artikel in "Fefes Blog" aufmerksam. Er ist eine Reaktion auf einen Artikel auf IX über neue coole Standards in der Java-EE 6 Spezifikation und spricht mir aus der Seele (wenn auch etwas druckvoller als ich es formulieren würde). Danke Fefe! 

Auch cool der Link in Fefe's Artikel zur Fremdwahrnehung vs. Selbstwahrnehmung der unterschiedlichen Programmiersprachenanhänger.

Ich sehe das so: Programmieren ist in den allermeisten Fällen Handwerk (in ganz wenigen Fällen auch mal Wissenschaft und in einigen Fällen Kreativarbeit). Es gibt Leute die können es gut, andere weniger gut. Am Schluss kommt ein Gebrauchsgegenstand dabei heraus, dessen Nutzen am besten die Nutzer bewerten.

Dependency Injection finde ich generell eine gute Sache (wie ja schon hier und da beschrieben). Aber was auf dieses einfache Konzept zur Entkopplung von Komponenten an Architektur draufgesetzt wird, ist erstaunlich. Es ist wie in der Politik: Am Anfang eine gute Idee, dann 200 Leute in Gremien und heraus kommt eine 500 Seiten starke Verordnung, die alles viel komplizierter macht als je zuvor und durch die nur noch einzelne, hochbezahlte Berater durchblicken. Nicht weil das Problem so komplex wäre, sondern weil die Lösung so allumfassend und abstrakt ist.

So etwas kann man in letzter Zeit genauso in PHP (Frameworks) beobachten. Ich bin mal gespannt, wohin uns das führt. XML-Config Files für PHP-Anwendungen? Strong Typing? Plugin-Architekturen? Dabei - und das finde ich besonders zum Schmunzeln - wandert Schritt für Schritt ein komplexer Teil der Anwendung, nämlich die Steuerung des Benutzerinterfaces, auf den Client und wird in JS gebaut. Normalerweise sollte der Server dadurch ja einfacher werden. Mal sehen...

Auf Facebook teilen

« Professional Scrum Master - Thunderbird / Lightning with .ics files »